Thema im November 2019: Wo kaufst Du deine Eier?



 

Das Projekt “Lernort Bauernhof” bietet Lehrern und Erziehern in Baden-Württhemberg die Möglichkeit, Bauernhöfe in ihrer Umgebung als Bildungsort zu nutzen. Ziel ist dabei, Kinder und Jugendliche greifbare Erfahrungen in der Landwirtschaft machen zu lassen. Ziel ist auch, stärkeres Wissen darüber aufzubauen, wo unsere Lebensmittel eigentlich herkommen. Dafür werden die Projektbeteiligten mit Hilfe des Bauernverbandes Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems und den Landwirtschaftsämtern der Region regelmäßig weitergebildet und unterstützt.

Woher kommen unsere Lebensmittel? Eine kindgerechte Antwort darauf und auf viele andere Fragen gibt das Projekt “Lernort Bauernhof”. 29 Höfe sind im Verbandsgebiet des Bauernverbandes Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems dafür aktiv. Jährlich besuchen bis zu 120 Schulklassen die Bauernhöfe in ihrer Umgebung. Ein wichtiges Lernziel ist, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie unsere Lebensmittel “vom Stall auf den Teller” kommen.


Interesse an den Informationsveranstaltungen des Bauernverbandes. Fast doppelt so viele Teilnehmer wie geplant, fanden sich am Dienstag, 05.November, auf dem “Hühnerhof Schieber” in Bibersfeld zusammen. Sie haben unterschiedliche Erfahrungen als Anbieter oder Nutzer der Lernort-Veranstaltungen und tauschen neben neuen Ideen auch reichlich Erfahrungen zu den Kooperationen mit Schulen am Ort aus. Regelmäßige Grundlagenschulungen ergänzen ihr Wissen: welche Module braucht ein “Lernort Bauernhof”? Wie wichtig ist es für Kinder, Tiere anzufassen? Wie erkläre ich die Funktionsbereiche eines Stalles? Welche Hilfsmittel nutze ich, wenn es in Strömen regnet und wir nicht aufs Feld können? Carolin Schieber vom Hühnerhof in Bibersfeld: “Wir legen viel Wert darauf, dass die Kinder, wenn sie auf den Hof kommen, Landwirtschaft mit allen Sinnen erfahren und begreifen. Natürlich hilft uns das auch, unsere Produkte und den Verkauf ab Hof in der Region noch besser bekannt zu machen”.


am Hühnermobil

Wenn Kinder die Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben. Schätz- und Suchspiele rund um die Höfe fördern die Kreativität und Freude im Umgang mit landwirtschaftlichen Themen. Für Kleingruppen vorbereitete Lernstationen und Schaubilder vertiefen das Gelernte. Hier können die Kinder selbst etwas tun, wie beispielsweise Futterrationen abwiegen und Tiere füttern. Hinter allem steht der Wunsch, einer gut nachvollziehbaren Sensibilisierung der Kinder dafür, wie sich Tiere verhalten, und wie wir mit ihnen umgehen. Das können sie an “Lernort-Tagen” auf den Bauernhöfen im wahrsten Sinne des Wortes ertasten, erfragen und erfühlen. ”Besonders wertvoll ist es, wenn alles gut vorbereitet, eingebettet in den Unterricht und in Zusammenarbeit mit den Lehrern erfolgt. Dafür suchen wir weitere Partner in der Region und freuen uns über jeden neuen Lernort. Das unterstützen wir gern!”, so Andrea Bleher als Projektleiterin “Lernort Bauernhof” beim Bauernband. Bis zu 2.500 Schülerinnen und Schüler im Gebiet des Bauernverbandes Schwäbisch Hall - Hohenlohe – Rems nehmen dies jährlich wahr.  

 

Haben Hühner eigentlich Zähne? Die Fachexkursion am 5.November hatte das Schwerpunkthema “Eier”, also Hühner. Der Hühnerhof Schieber in Bibersfeld hält rund 750 Hühner in mobilen Ställen im Freiland. Sehr lebhaft geht es dort zu, wenn der Hof zum Lernort wird. “Wie fühlt es sich an, wenn ein Huhn pickt?” oder “Wie schwer ist ein Ei?”. Die erste Antwort ist nicht selten: “1 Kilo”, weiß Carolin Schieber. Kinder bechreiben, was sie sehen und lernen auf diesem Weg, woher ihr Frühstücksei kommt. Es sind übrigens 60 bis 68 Gramm pro Ei.

 

Teilnehmer entnehmen die Eier

 

Landwirte machen mehr als Lebensmittel. Viel Einfühlungsvermögen benötigen die “Hof-Erklärer”, wenn es um die aktuelle Fachbegriffe wie Biodiversität oder Monokultur geht. “Es geht darum, Kindern bildhaft zu machen, dass die Landwirtschaft mehr als Essen und Lebensmittel produziert, sondern auch Treibstoff (Rapsöl/Bioethanol), Brenn- und Baustoffe (Holz), Futtermittel (Mais) und Kleidung (Hanf)” erklärt die Betriebsberaterin Lisa Diehl aus dem F.R.A.N.Z.-Projekt am Nachmittag den Besuchern in der Geschäftsstelle des Bauernverbandes in Übrigshausen. Motiviert und mit neuen Ideen für den nächsten Besuch einer “Lernort-Bauernhof-Schulklasse” gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auseinander.

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