Bauernverband Rundmail: Bundesprogramm für mehr Tierwohl in Ställen startet heute - Mail an LBV-Vorstand und KGF

Liebe Mitglieder,

das von der Bundesregierung bereits angekündigte Sonderförderprogramm für die Sauenhalter startet. Der Bund stellt 300 Millionen Euro für mehr Tierwohl in den Ställen  zur Verfügung.

 
Bundesministerin Julia Klöckner hat erreicht, dass im Konjunkturprogramm der Bundesregierung für 2020 und 2021 insgesamt 300 Millionen Euro für den Umbau von Ställen zur Verfügung stehen.

Die Umsetzung erfolgt durch ein Bundesprogramm, für das die Bundesministerin nun die Förderrichtlinie vorlegt. Ab heute können die sauenhaltenden Betriebe in Deutschland einen Förderantrag für die Umsetzung der neuen Anforderungen an die Sauenhaltung stellen – unter folgenden Voraussetzungen: 

•         Die Höchstgrenze liegt bei 500.000 Euro je Betrieb und Investitionsvorhaben.
•            Das Bauvorhaben darf nicht mit einer Vergrößerung des Tierbestandes verbunden sein. 
•            Das Vorhaben muss bis Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein. 
•            Förderfähig sind auch die einzelbetriebliche Beratung für die Erstellung eines Um- oder Ersatzbaukonzepts.
•    
        Der Fördersatz beträgt 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
         Die Höchstgrenze für die Förderung beträgt 500.000 Euro pro landwirtschaftlichem Betrieb und Investitionsvorhaben.
       Das Vorhaben muss bis zum 15. März 2021 beantragt werden und dann bis Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein.


Zum Bundesprogramm: 

Die Förderrichtlinie wird am 16. September 2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Anträge können bis zum 15. März 2021 bei der zum BMEL gehörenden Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter www.ble.de/stallumbaugestellt werden.
Weitere Details zur Antragstellung sind unter www.ble.de/stallumbauveröffentlicht. Auskunft erteilt die BLE außerdem unter der Rufnummer 0228/6845-2755 sowie per E-Mail an stallumbau@ble.de.   

Anträge können über das Online-Antragsformular gestellt werden.

Das Programm soll dazu dienen, die neuen Vorgaben für die Sauenhaltung abzufedern.

Insbesondere der Einsatz von Kastenständen in der Sauenhaltung wird mit der Siebten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung strenger geregelt. Folgende Mindestanforderungen an die Haltung von Sauen wurden neu festgelegt.

Für die Gruppenhaltung im Zeitraum ab dem Absetzen der Ferkel bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin sind die Haltungseinrichtungen so zu gestalten, dass:

               den Sauen im Zeitraum vom Absetzen bis zur Besamung (bis zum Ende der Rausche) eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von mindestens 5,00 m² je Sau angeboten wird,
               die Buchten in Liege-, Fress- und sonstige Aktivitätsbereiche untergliedert werden. Dabei müssen Rückzugsmöglichkeiten im Aktivitäts- und/oder Ruhebereich vorgesehen werden, wobei Fress-Liegebuchten oder sonstige Fressplätze keine Rückzugsmöglichkeit darstellen.
       Für die Einzelhaltung im Abferkelbereich sind die Haltungseinrichtungen so zu gestalten, dass:
       
                -   Abferkelbuchten (Bewegungsbuchten) entstehen, die eine Mindestfläche von 6,50 m² aufweisen, in denen sich Sauen frei bewegen und ungehindert umdrehen können.
                -  in Kastenständen eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung steht, die eine Mindestlänge von 2,20 m aufweist.

        Für die Umsetzung der Regelungen gelten folgende Übergangsfristen:

                -  Verzicht auf die Kastenstandhaltung im Deckzentrum: acht Jahre
                -  Bewegungsbuchten im Abferkelbereich mit einer maximalen Fixationsdauer im Kastenstand um den Geburtszeitraum von fünf Tagen: 15 Jahre.

Das auf der Seite der BLE veröffentlichte Merkblatt ist dieser Mail angehängt (s. u.).

Wir empfehlen auf jeden Fall, vor Antragstellung eine beratende Stelle, zB Agriconcept einzuschalten. Dort wird auch geklärt, was der Begriff    "mit der geförderten Maßnahme keine Bestandsausweitung"   bedeutet. In vielen Fällen wird eine solche Investition ja nur dann sinnvoll sein können, wenn in einem zeitlichen Zusammenhang dann auch eine Aufstockung stattfindet. Denn ohne dass für das investierte Geld wieder eine Refinanzierung in Aussicht ist, wir kaum jemand die Mühen dieser Baumaßnahmen auf sich nehmen.

Wir sind gespannt auf den Zuspruch, den dieses Programm der Bundesministerin haben wird.

In diesem Zusammenhang erinnern wir noch an die aktuell immer noch laufende Förderung für Isofluran - Geräte. Das Interesse der Sauenhalter ist verhalten, so dass die Frist für eine Antragstellung immer wieder verlängert wurde und Anträge nach wie vor entgegen genommen wurden.

Viele Grüße

Ihr

Helmut Bleher
Geschäftsführer

Bauernverband Schwäbisch Hall - Hohenlohe - Rems e.V.
Am Richtbach 1
74547 Untermünkheim

Tel  07944 9435 0
Fax 07944 9435 - 111

Mail: bleher@lbv-bw.de
web: www.bauernverband-hohenlohe.de


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  • Merkblatt.pdf



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