Verantwortungsvolle Kaninchenzucht: Eine eigene Marke aufgebaut - starke Partner gesucht.



“Die Weihnachts-Kaninchen sind schon auf der Welt”, stellen Thomas und Michael Bauer klar. Das zarte Fleisch wird in der Winterzeit verstärkt in deutsche Geschäfte geliefert. Als Braten ist es ein traditionelles Gericht zu Weihnachten. In Deutschland produziert und aufgezogen, in wirklich regionaler und nachvollziehbarer Qualität: das liefern nur wenige landwirtschaftliche Betriebe dieser Branche. Sie machen sich stark dafür, das feine Fleisch der heimischen Kaninchen wieder mehr in die deutschen Küchen und auf unsere Tische zu bringen. Dafür gibt es tolle neue Rezepte zur Weihnachtszeit “Kaninchen traditionell oder auch mal ganz anders” auf www.bauer-kaninchen.de. Dort finden Sie auch einen neuen Blog.

Die Spezialisten aus Hohenlohe sind einer der großen von 30 deutschen Kaninchenhalterbetrieben. “Es ist uns absolut wichtig, dass wir hier produzieren – vom Jungtier, über die Vermarktung bis in deutsche Supermärkte und über das ganze Jahr hinweg”, erläutert Thomas Bauer. Schon vor 10 Jahren sind sie als regionales Unternehmen mit Erfolg auf den Handel zugegangen. “Das war zu der Zeit vielleicht etwas blauäugig und unser damaliger Transporter hat noch nicht mal an deren Laderampe gepasst”, erinnern sich alle vier Bauers schmunzelnd. Der Betrieb wurde 1979 vom Vater Manfred Bauer übernommen. Mutter Margit Bauer startete 1979 mit 50 Häsinnen und eigener Aufzucht als zweites Standbein der Familie. Um die Vermarktung zu erweitern, wurde 2007 ein neues Schlachthaus gebaut. Für die Zusammenarbeit mit dem Handel signalisierte das die nötige Leistungsstärke, die zudem mit höchsten Standards zertifiziert ist. Heute leben hier 1200 Häsinnen und deren eigene Nachzucht. 105 Hektar Ackerland und Wiesen für das eigene Futter, das eigene Stroh und den Mist der Tiere werden zudem auf dem Hof dafür bewirtschaftet, der auch Mitglied im Bauernverband ist.

 

Das Kaninchen ist ein sehr empfindliches Tier. Sie haben sehr sensible Organismen und verzeihen nicht, wenn etwas nicht stimmt. Sie brauchen hohe Futterqualität und gute Luftverhältnisse. Sie bekommen deshalb beste Bedingungen und bestes Futter. “Wir haben uns zum Beispiel bewusst gegen Soja entschieden, auch weil wir diese Produktionsmethoden nicht unterstützen wollen”, sagen die Bauer `s. Eine Häsin ist nach ihren Aussagen ein Hochleistungssportler, da sie immer gleichzeitig ihre Jungen säugt und schon wieder tragend ist. Die Bauer- Zuchtkaninchen haben besondere genetische Veranlagungen mit guten Muttereigenschaften. Sie bekommen für jede Lebensphase besonderes Futter. “Immer am Montag oder Dienstag kommen bei uns kleine Kaninchen auf die Welt, da wir in Zyklen und mit sechs Gruppen arbeiten. So können wir den Handel ganzjährig kontinuierlich beliefern”, erklärt Verena Bauer.   

      

 

 

Tierkomfort, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit sind hier im Einklang. Die zwei, von Thomas und Michael Bauer geleiten, Familienbetriebe arbeiten Hand in Hand. Die “Thomas Bauer Kaninchenzucht” ist für die Erzeugung der Kaninchen verantwortlich. Die “Bauer Kaninchen Spezialitäten GmbH” ist für die Schlachtung und Vermarktung tätig. Die Frauen der Brüder, Verena und Claudia Bauer, und das Team der Mitarbeiter unterstützen dabei. Die beiden Firmen haben kontinuierlich in moderne Ställe für mehr Tierwohl und in zuverlässige Partner auf der Seite des Handels investiert. “Ein Handelspartner muss dahinterstehen, sonst kann man die höheren Standards nicht erreichen und halten. Da müssen schon alle mitziehen”, wissen die Bauers aus den letzten Jahren. Nach der, 2014 mit den höchsten Standards beschlossenen, Nutztierhaltungsverordnung für Kaninchenhalter war klar, ihre Ställe werden immer weiter dafür umgebaut, so dass die Tiere ausreichend Platz und beste Bedingungen haben. Aktuell heißt das konkret: die kompletten Bodenflächen in den Ställen werden ausgetauscht. Perforierte Kunststoffböden bieten den Tieren nun mehr Komfort. Hinzu kommen Umbauten dafür, dass die Muttertiere mit ihrem Nachwuchs nun einen Quadratmeter Platz zur Verfügung haben - inclusive Nest-Box, wo die Jungtiere leben, und zweiter Ebene als Rückzugsort. Zudem ist die Haltung so konzipiert, dass die Jungtiere nach dem Absetzen von der Häsin, dem Muttertier, in ihrer vertrauten Box beieinanderbleiben können. Dies erfordert nicht nur mehr Stallfläche für die gleiche Anzahl von Tieren, sondern auch mehr Personal, zum Beispiel zum Reinigen. “Das alles geht wirklich nur, wenn es jemand auch mitbezahlt”, betont Michael Bauer. 

 

 

 

Ohne starke Handelspartner geht es nicht. Wie schon 2009 bei der Umstellung von der Käfig- auf die Bodenhaltung, machen sich die Bauer `s aktuell dafür stark, der wachsenden Nachfrage seitens der Verbraucher nach regional erzeugten Produkten gerecht zu werden. Das dafür initiierte Modellprojekt, als enge Kooperation zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Schlachtereien und dem Handel (Projekttitel EIP Agri Kaninchen), zeigt Wege für eine nachhaltige Erzeugung von Kaninchenfleisch in Baden-Württemberg. “Uns war es wichtig, frühzeitig zu starten, um herauszufinden, wie es in Zukunft funktioniert und weiter gehen könnte. Ein System zur Umstellung der Ställe zu entwickeln, welches auch anderen Landwirten eine Möglichkeit gibt, weiter in Deutschland zu produzieren und den deutschen Kaninchenfleischmarkt zu erhalten“, erklärt Thomas Bauer. Von der EU gefördert und der Uni Gießen wissenschaftlich begleitet, wurde das Projekt im Oktober 2020 erfolgreich abgeschlossen. Das heißt: nun gibt es eine „Blaupause“ für innovative und Tierwohl gerechte Anlagen mit einer regionaler Wertschöpfungskette auf dem deutschen Kaninchen Markt. Das setzt Maßstäbe und macht Mut.

 

 

 

Regionalität und Produkte aus Deutschland sind wichtige Punkte für den Erfolg. Die Bauer`s geben diesen Rat gern an Landwirte und Landwirtinnen weiter. Auch halten sie es für klug, sich für eine neue Idee zusammen-zuschließen. Sie entwickeln sich und ihren Hof stetig weiter. Sie machen sich Gedanken über die Zukunft, gerade die der jungen Landwirte. Sie wissen, dass es nicht leicht ist, wenn ein potentieller Hofnachfolger eine Entscheidung für die Landwirtschaft treffen soll. “Bei uns klappt das auch deshalb gut, weil wir ein Nischenprodukt haben und weil wir die ganze Kette – von Aufzucht bis Vermarktung – anbieten. Unser Riesenvorteil schon beim Start war, dass es keine anderen Anbieter mit Kaninchen in Bodenhaltung gab”. Darauf sind die “vier jungen Bauer `s” zu Recht stolz!       


Die Firma Thomas Bauer Kaninchenzucht: Inhaber Thomas Bauer hat an der FH in Weihenstephan zum Diplom Agrar Ingenieur mit Ausrichtung Agrarmarketing im Management ausgebildet. Seine Frau Verena Bauer ist als Pferdewirtin und Quereinsteigerin seit elf Jahren dabei. Gemeinsam führen Sie den Kaninchenzuchtbetrieb, der Mitglied im Bauernverband ist. Die Firma Bauer Kaninchen Spezialitäten GmbH: Geschäftsführer Michael Bauer hat nach einer Ausbildung zum Landwirt den Abschluss als Techniker in Triesdorf gemacht. Er ist im Landesbauernverbandes (LBV) für die Jungunternehmer aktiv. Seine Frau Claudia ist Groß & Außenhandelskauffrau. Zusammen leiten Sie die Bauer Kaninchenspezialitäten GmbH. Das heisst, sie schlachten und vermarkten die Produkte aus Neuenstein – Lohe und sind nach Vlog (Gentechnik frei) und IFS (höchster Food-Standard) zertifiziert. EIP Agri-Kaninchen: Das Projekt dient der regionalen und nachhaltigen Erzeugung von Kaninchenfleisch in Baden-Württemberg. Der wachsenden Nachfrage seitens der Verbraucher nach regional erzeugten Produkten soll Rechnung getragen werden. Durch eine enge Kooperation verschiedener Akteure, die von den Erzeugern (landwirtschaftliche Betriebe), über die Fleischverarbeitung (Schlachtereien) bis hin zur Vermarktung (Einzelhandel) reichen, wird eine regionale Wertschöpfungskette aufgebaut. Das, aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond unterstützte, Projekt, wurde von der UNI Gießen wissenschaftlich begleitet und im Oktober 2020 erfolgreich abgeschlossen. Ziel war, eine innovative Anlage für den deutschen Kaninchenmarkt zu entwickeln und zu erproben, da Stand 2015 eine solche Anlage nicht existierte.

 

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