Helmut Bleher wird sich nicht für ein Landtagsmandat der CDU bewerben



Grund: „Die derzeitige Agrarpolitik der CDU zeigt keinerlei Verständnis für die existenziellen Probleme der Bauern“

 

Der Geschäftsführer des Bauernverbands Helmut Bleher hatte in den letzten Monaten Interesse für die Bewerbung um die derzeit vakante Position eines CDU Landtagsabgeordneten im Wahlkreis Schwäbisch Hall signalisiert. Dem erteilt er jetzt eine klare Absage.

Ich glaube, dass es höchste Zeit ist, in der Politik wieder mit klaren Positionen zu Wirtschaft, Gesellschaft, Ökologie, dem Gemeinwohl und der Zukunft der Menschen in unserem Land anzutreten“, so Helmut Bleher „Gerne hätte ich mich deshalb in die Politik eingebracht. Wer mich kennt, weiß, dass ich nichts von Stimmungspolitik halte, sondern für Vernunft und angewandte Grundrechenarten stehe. Da ist eine starke Stimme dringend notwendig“.

 

Gerade dies spiele in der Politik aber offensichtlich keine Rolle mehr. Jüngstes Beispiel sei eine Debatte im Bundestag mit einem aus Landwirteseite uneingeschränkt positiven Antrag  der FDP zur Zukunft der Landwirtschaft gewesen. Die CDU hatte geschlossen dagegen gestimmt, obwohl die Inhalte vor einigen Wochen noch von mehreren Bundestagsabgeordneten der CDU so selbst gefordert wurden. „Natürlich gibt es den Fraktionszwang, aber einen Tag nach der eindrucksvollsten Demonstration der Bauern in der Geschichte Deutschlands muss doch der Letzte kapieren, dass die Nerven der Bauern  blank liegen. Da kann man nicht aus reinen koalitionsstrategischen Gründen gegen die Bauern stimmen. Die Bauern sind keine Spielzeuge der Machtpolitik“, so Helmut Bleher.

 

Bleher sieht die Glaubwürdigkeit der CDU bei den Landwirten auf den Tiefstpunkt gesunken. „Selbst wenn ich mit den nobelsten Vorsätzen in den Wahlkampf gehen würde, hätte ich keine Chance, wenn gerade mein angestammtes Wählerclientel, die Bauernschaft, kein Vertrauen mehr in die Partei Ihrer Väter und Großväter hat.“  Bleher ist vorerst bereit,  auf Gremienebene der Partei zum Wohle der Landwirte weiter mit zu arbeiten und bleibt Parteimitglied. „Ganz einfach: Wenn wir unsere Stimme nicht in der Politik für uns erheben, wer dann ?“ , so Bleher, der nach wie vor nach eigenen Worten sehr überzeugt vom repräsentativen parlamentarisch demokratischen System ist. Er wünscht der Kandidatensuche guten Erfolg.

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