Bauern und Kirche: Zuhören, Verstehen, Vertrauen - Erntebittgottesdienst im Zeichen der Wertschätzung



Rund 300 Gottesdienstbesucher feierten den Erntebittgottesdienst in Untermünkheim - Kupfer auf dem Obsthof Bullinger. Bemerkenswert war die Gestaltung und Vorbereitung durch die Arbeitsgruppe der örtlichen Landwirte zusammen mit Pfarrer Stefan Engelhart. Predigt und Anspiel hatten es in sich und lohnt, veröffentlicht zu werden.

 

Das Thema aus dem Alten Testament, Prediger 7, 9-14: Lass Dich nicht aus der Ruhe bringen, nur Unverständige ärgernsich über alles. Frage nicht "Warum war früher alles besser ?" Damit verrätst Du nur, dass du das Leben nicht kennst. Und vergiss nicht, dass es auf Gottes Tun ankommt. Wer kann gerade biegen, was er krumm gemacht hat ? So freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide und du weißt nicht, was als nächstes kommt.

 

Im Gespräch mit Rolf Bullinger, Seniorchef des Obstbaubetriebs Bullinger Untermünkheim - Kupfer wurde den zahlreich gekommenen Gottesdienstbesuchern klar, dass trotz aller Technik, die dabei hilft, heute Landwirtschaft zu betreiben, nach wie vor Sonne und Regen, Hitze und Frost für die Bauern entscheidend sind. Rolf Bullinger musste berichten, dass im Jahr 2015 ein großer Teil seiner Johannisbeerplantagen vertrocknet und erfroren ist. Es braucht ca. 4 Jahre bis diese nach der Neupflanzung wieder tragen.

 

 

Das Anspiel zur Predigt, gestaltet von zwei jungen Landwirten und einem  "System IT ler, der Programme zur natürlichen Umsatzgenerierung" entwickelt, riss die Frage nach dem Verständnis der landwirtschaftlichen Arbeitsweise in einer nicht landwirtschaftlich geprägten Umgebung an und machte deutlich, dass zwischen den beiden Polen oftmals die Sprache fehlt.

 

In der anschließenden Predigt ging Pfarrer Engelhart auf die Erwartungen der heute lebenden gutsituierten Menschen an das Leben, aber auch an die Landwirtschaft ein. Er machte deutlich, dass man das Leben nicht "im Griff" haben kann, sondern dass es darauf ankommt, demütig und dankbar zu sein, die Realität zu sehen und Vertrauen zu lernen.

 

Vor 200 Jahren, im Jahr 1816, dem Jahr ohne Sommer, mit Frost und Schnee bis in den August, litt Süddeutschland unter einer enormen Hungersnot, die letztlich mit dazu beitrug, dass die landwirtschaftliche Forschung intensiviert, die Ausbildung forciert wurde. Die Universität Hohenheim erlebte damals ihre Anfänge als "landwirtschaftliche Versuchs- und Musteranstalt".  Daraus folgend gelang es die stark steigende Menschenzahl auf der Erde zu ernähren und erfolgreich gegen den Hunger anzukämpfen. Die moderne Landwirtschaft trägt dazu wesentlich bei.

 

" .... frage nicht: "Warum war früher alles besser ?" Damit verrätst Du nur dass Du das Leben nicht kennst ...." so eine der Zentralaussagen des Predigttextes. Pfarrer Engelhart verstand es ganz hervorragend den Bogen zu spannen - zur heutigen Gesellschaft, zur modernen Landwirtschaft aber auch zur Unwetterkatastrophe im benachbarten Braunsbach und in Hohenlohe.

 

Aufgrund der zahlreichen Bitten, vor allem von Seiten der Bauern der Gemeinde, die sich in diesem Gottesdienst wertgeschätzt fühlten und in ihren Sorgen gerade in einer Zeit der Preiskrisen, Wetterkapriolen und medialen Anfeindungen wahrgenommen erfuhren, veröffentlichen wir hier die Predigt von Pfarrer Stefan Engelhart im Wortlaut und in voller Länge. Herzlichen Dank, dass er uns diese zur Verfügung stellt. Sie ist auch als Download im pdf-
Format angehängt.

 

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Pfarrer Stefan Engelhart, Untermünkheim:
Predigt zum Erntebittgottesdienst 5.6. 2016 zu Prediger 7, 9ff

Alles ist möglich: Montags Bio, dienstags billig, mittwochs Bauernmarkt, donnerstags Hamburger, freitags Fertigpizza, samstags frisch zubereitete Delikatessen aus Indien und sonntags schimpft man über Lebensmitteltransporte rund um die Welt.

 

Als ich das Anspiel geschrieben habe, da habe ich diesen „Früher war alles besser“-Menschen zugegebenermaßen etwas überzeichnet. Aber wir waren uns beim Vorbereitungstreffen für den Gottesdienst eigentlich einig: Es ist vieles total widersprüchlich, was von der Landwirtschaft erwartet wird:

Es soll auf den Höfen am besten so idyllisch zugehen wie im Kinderbuch „Conny auf dem Bauernhof“, und zugleich soll die heimische Landwirtschaft im internationalen Wettbewerb bestehen. Da prangert man eine Industrie-artige Massentierhaltung an und jagt dann doch den allerbilligsten Schnäppchen hinterher. Da werden Kochsendungen und Kochevents zelebriert und zugleich bleibt das Essen im Alltag im wahrsten Sinne des Wortes „auf der Strecke“ – denn alles soll ganz schnell gehen und möglichst sofort fertig sein.

Und dann ist gleichzeitig von der guten alten Zeit die Rede, eben im Sinne von „früher war alles besser“ - obwohl keiner ernsthaft so hart und entbehrungsreich leben wollte wie unsere Vorfahren vor 100 oder gar 200 Jahren.

 

Ich habe bei Google „Früher war alles besser – Bibel“ eingegeben. Da kam als allererstes ein Bibeltext aus dem Buch des Predigers, und ich habe gestaunt über dieses biblische Weisheitsbuch, 2500 Jahre alt und doch passend für uns heute. Ich lese Prediger Kapitel sieben nach der Übersetzung der guten Nachricht:

 

9 Lass dich nicht aus der Ruhe bringen; nur Unverständige ärgern sich über alles. 10 Frage nicht: »Warum war früher alles besser?« Damit verrätst du nur, dass du das Leben nicht kennst.

13 Und vergiss nicht, dass es bei allem auf Gottes Tun ankommt. Wer kann gerade biegen, was er krumm gemacht hat?

14 So freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als nächstes kommt“.

 

Passt das nicht 100% zu unserem Erntebittgottesdienst? Warum bitten wir denn für die Ernte? Weil es eine Gnade ist, dass es Wachstum und Leben gibt, nichts Selbstverständliches. Nichts Selbstgemachtes. Buchstäblich ein Geschenk des Himmels, das uns anvertraut ist!

 

Auf etwa einem Drittel der Erdoberfläche kann man Nahrungsmittel erzeugen.  In den 20-30 cm Erdkrume wächst alles, wovon Menschen und Tiere leben können. Die Fischnutzung der Meere kommt natürlich noch dazu. Wir haben das nicht selbst gemacht, es ist uns geschenkt, wir empfangen es aus Gottes Hand.

 

In unserem Psalm heißt es: „Mensch und Tier halten Ausschau nach dir. Du gibst ihnen Nahrung zur richtigen Zeit.“ Oder mit der Lutherübersetzung: „Aller Augen warten auf dich und gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. …“ Was für ein Geschenk,  dass wir auf dieser Erde leben dürfen. Dazu noch in einem auch an Natur so reichem Land wie unserem.

 

Das ist die eine Seite. Wir leben in einer großartigen, wunderbaren Welt. Aber es gibt eben auch die andere Seite. Im Psalm 104 wird auch diese andere Seite beschrieben, wir haben es vorhin ja auch gebetet: (Psalm 104, 29): „Wendest du dich aber ab, so erschrecken alle Lebewesen. Nimmst du ihnen den Lebensatem, dann sterben sie und werden zu Staub.“

 

Manchmal entzieht Gott auch seine Gnade, und wir merken, dass Leben nicht bedeutet, ein Dauerabonnement auf Glück und Erfolg zu haben. Es gibt eben nicht nur den Weg nach oben, es gibt nicht nur die fruchtbaren Jahre, es gibt auch die Erfahrung, dass nicht wächst, was wir säen. Oder verdorrt – oder überflutet wird, was wir zum Leben brauchen

 

Letztes Jahr hatten wir einen langen, heißen Sommer, Toskana-Klima in Hohenlohe. Dauerfreibadsaison. Und je länger es ging mit dem „schönen“ Wetter, umso unheimlicher wurde es. Jedenfalls für alle, die von der Ernte leben und auf Wachstum und Gedeihen direkt angewiesen sind. Aber unheimlich wurde es so langsam auch allen, die die vielen ganz oder halb vertrockneten Bäume sahen.

 

Dieses Jahr ist es ganz anders. Wasser in Hülle und Fülle. Und so heftig und viel an manchen Orten, dass es direkt in unserer Nachbarschaft, in Braunsbach zu einer bisher nicht vorstellbaren Katastrophe kam und es an ein Wunder grenzt, dass niemand dabei sein Leben verlor.

Abends, am Tag darauf, kam der Bürgermeister von Braunsbach, Frank Harsch, in den Spätnachrichten. Und dann sagte er, den zerstörten Ort im Rücken: „Diese Naturgewalten haben wir nicht im Griff. Das kann uns nur Demut lehren.“ 

 

Ja, wir hätten gerne alles planbar, berechenbar, wir wären gerne selbst Herr der Dinge. Aber keiner ist das: Souveräner Herr des eigenen Lebens. Der Computerspezialist ist es genauso wenig wie die Verkäuferin, die Ärztin genauso wenig wie der LKW-Fahrer. Jeder und jede erlebt ein unterschiedlich großes Maß an Verantwortung und selbst bestimmen können im Leben – und jeder und jede erfährt Abhängigkeit von Einflüssen, über die wir eben nicht Herr sind.

 

Aber wohl mehr noch als in anderen Bereichen des Lebens erfahren wir in der Landwirtschaft die Abhängigkeit von Kräften, auf die wir keinen direkten Einfluss haben: Sonnen- und Regentage wechseln in guter Folge ab – oder es ist von einem einfach zu viel. Hagel und Unwetter kommen – oder wir bleiben davon verschont.

 

Es ist jetzt genau 200 Jahren her, als sich Frost und Kälte dauerhaft über Europa und Teile der USA breitmachten. Es wird ja immer wieder berichtet über dieses Jahr 1816, das als "Jahr ohne Sommer" in die Geschichte ein.

 

Ein gigantischer Vulkanausbruch auf Indonesien hatte so viel  Asche und Staub in die Atmosphäre geblasen, dass viel weniger Sonnenstrahlung zur Erde kam als sonst. Das Weltklima kühlte ab, von April bis in den September 1816 schüttete es damals in einer Tour. Regen, Graupel- und Schneeschauern. Noch im Juni schneite es im Flachland und selbst im August vereiste nachts der Boden.

Besonders Mitteleuropa wurden hart getroffen: Frankreich und der Südwesten Deutschlands, Baden und Württemberg. Auf der anderen Seite des Atlantiks, in Neuengland, bildete sich im Sommer Eis auf den Seen.

Die Folgen waren katastrophal: Die Flüsse traten über die Ufer und setzten Ackerland unter Wasser. Die Felder abseits großer Wasserläufe wurden vom permanenten Niederschlag geschädigt und dort, wo die Äcker halbwegs trocken blieben, fror die Kälte die Ernte ein.

 

Halb Europa ging das Essen aus, dazu kamen die Seuchen: Typhus und Cholera. Der Getreidepreis explodierte, und viele unserer Vorfahren wanderten - der Not gehorchend – aus Süddeutschland aus: In die USA, oder nach Südosteuropa,  nach Bessarabien etwa.

Wie lesen wir in der Bibel, im Buch des Predigers? Frage nicht: »Warum war früher alles besser?« Damit verrätst du nur, dass du das Leben nicht kennst.

 

Der wetterbedingte Horror des Jahres 1816 hatte bei uns, hatte dann tiefgreifende Konsequenzen, die bis heuet wirken: Der Chemiker Justus von Liebig, wies damals den Zusammenhang von Stickstoff, Phosphaten und Pflanzenwachstum nach und entwickelte einige Jahre später den ersten Kunstdünger. 1818 schon gründete König Wilhelm von Württemberg eine landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt, heute die Landwirtschaftliche Universität Hohenheim. Und die Forschung trug Früchte:

 

Nicht wahr: 1830 betrug die Weltbevölkerung etwa 1 Milliarde Menschen, 1930 dann 2 Milliarden, 2000  6 Milliarden, heute sind wir bei mehr als 7 Milliarden. Trotzdem hungern heute weniger Menschen als noch vor 20 Jahren.

Mir fällt immer wieder der Satz eines klugen Mannes ein, der sagte: „Der ist der Größte, der es fertig bringt, wo ein Halm wuchs, zwei wachsen zu lassen.“ 1930 erzeugte man etwa 10-15 dz Getreide pro Hektar, 1955 etwa 30-40 dz, heute haben wir 70-100 dz Getreide pro Hektar.

 

Leben heißt eben auch, immer wieder Neues wagen, Probleme lösen, den Bereich der eigenen Möglichkeiten erweitern – und doch wissen, dass zuletzt alles an Gottes Segen alles gelegen ist, und dass zum Säen und Ernten das Danken und Bitten gehört.

 

Oder wie es schon im Buch des Predigers zu lesen ist: 13 Vergiss nicht, dass es bei allem auf Gottes Tun ankommt. Wer kann gerade biegen, was er krumm gemacht hat? 14 So freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide …

 

Das heißt Glaube: Sich freuen am Glück und wissen, dass Gott auch im Unglück nicht einfach fern ist! Nicht wahr: Glauben wird oft als etwas sehr Passives beschrieben: Wir sind halt gläubig oder nicht, sozusagen durch Natur und Erziehung mehr oder weniger religiös.

Aber Glaube ist nicht nur etwas passives, sondern immer wieder eine bewusste Entscheidung: Die Entscheidung, dankbar zu sein für das Gute, und den Dank zum Himmel zu schicken und auch anderen Menschen zu zeigen.

Glaube ist eine bewusste Entscheidung: Die Entscheidung, demütig zu sein, zu wissen, dass man nicht alles selbst im Griff hat. Das Wetter nicht, die eigene Gesundheit nicht – und auch nicht den Milchpreis, der zur Zeit viele sehr in Not bringt.

Glaube ist eine bewusste Entscheidung: Die Entscheidung, die Realität zu sehen. Ich glaube, dass sich das viele Landwirte wünschen, dass wir Verbraucher uns interessieren für das, was da geschieht, und nicht jedem platten Bericht Glauben schenken. Lasst uns einander zuhören, das Leben kennen, wie es beim Prediger heißt  – auch das ist ein Ausdruck unseres Glaubens.

Und Glaube ist eine bewusste Entscheidung, das Vertrauen zu lernen, dass Gott heute da ist  einen Weg für mich hat und nicht zu flüchten in ein fruchtloses „früher war alles besser“. Denn auch die Zukunft liegt in Gottes Hand.

 

9 Lass dich nicht aus der Ruhe bringen; nur Unverständige ärgern sich über alles. 10 Frage nicht: »Warum war früher alles besser?« Damit verrätst du nur, dass du das Leben nicht kennst.

13 Und vergiss nicht, dass es bei allem auf Gottes Tun ankommt. Wer kann gerade biegen, was er krumm gemacht hat?

14 So freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als nächstes kommt“.

 

 

 


 

Anspiel: „Voll unnatürlich“ (mit drei Mitspielern):

 

Beginn: (Alter Traktor fährt ein oder steht da)

 

Person 1 (Programmierer und Romantiker): (sieht den Traktor) Du, guck mal, ein alter Eicher, das waren halt noch Zeiten.

 

Person 2 (Zuhörer): Ist ja ein uraltes Ding.

 

Person 1 (Romantiker): Ja klar, Baujahr 1963, damals hat man halt noch richtige Maschinen gebaut, kein so modernes Zeugs da.  

 

Person 2: Na ja, die neuen Traktoren sind ja auch nicht schlecht.

 

Person 1: Nicht schlecht? Mit automatischer Automatikgetriebe, Klimaanlage und 200 PS, es ist doch echt schlimm. Früher war das noch richtige harte Arbeit. Ursprünglich hatten die sogar noch Stahlräder.

 

Person 2: Stahlräder? Die waren tierisch laut.  

 

Person 1: Natürlich, und null Federung, da hast die Erde unter dir noch gespürt, jedes Loch direkt abbekommen. Ja, damals war die Welt halt noch in Ordnung.

 

Person 2: Na ja, wenn du meinst

 

Person 1: Natürlich, ich weiß noch: Die Erntemaschinen haben oft zwei Pferde gezogen. Oder die Erntewagen: Zwei Pferde statt 200 PS – die hast du wenigstens noch richtig überholen können.

 

Person 2: Es ging halt alles langsamer.

 

Person 1: Ja klar, aber da hat man auch noch von 10 Kühen leben können, jede hat man mit Namen gekannt und von Hand gemolken. Keine so Riesenställe wie heute, wo die Tiere automatisch gefüttert und maschinell gemolken werden. Das ist doch voll unnatürlich.

 

Person 3 (Landwirt): (Kommt leise dazu) Was ist da dran denn unnatürlich?

 

Person 1: Ja, wollen sie denn ihr Essen von einem Automaten bekommen?

 

Person 3: Wenn es ein Backofen ist – dann schon.

 

Person 1: (ärgerlich) Das meine ich natürlich nicht – wer sind sie überhaupt?

 

Person 3: Ich bin ein Bauer vom Nachbardorf. Und meine Viecher sind mit den Futterautomaten eigentlich ganz glücklich.

 

Person 1: So so, so einer sind sie also. Und was machen sie hier?

 

Person 3: Ich wollte mir vom Herrn Bullinger eine Maschine ausleihen

 

Person 1: Klar, eine Maschine. Handarbeit wie früher ist bei Euch Bauern ja nicht mehr so hoch im Kurs.

 

Person 3: Na ja, da bleibt da eigentlich immer noch genügend übrig. Was machen sie denn so – ich meine beruflich?

 

Person 1: Ich bin Programmierer bei einer Investmentbank. Ich erstelle Analyseprogramme für den automatisierten Einkauf von Optionspapieren zur natürlichen Umsatzgenerierung.

 

Person 2: Natürliche Umsatzgenerierung? Das klingt ganz schön kompliziert.

 

Person 1: Klar, High-Tech eben. Wissen sie, gerade deshalb will man ja auf dem Land mal was anderes sehen, was ursprüngliches, so wie früher eben ...

 

Person 3: (ironisch)… als wir Bauern noch von Hand gedroschen haben. 

 

Person 1: Genau, damals war das Essen eben noch was wert. (Sein Handy läutet, er geht ran)

 

Ja Schatz, was ist? … Ok., bin gleich da, schick mir mal kurz die Koordinaten rüber, dass ich ihn finde.

 

(Wieder zu den anderen gewandt:) Tut mir leid, ich muss weiter. Meine Frau war gerade dran. Sie hat in Heilbronn einen Biomarkt entdeckt, da ist gerade Super-Öko-Schnäppchen-Woche. Alles zum halben Preis. Herz, was willst du mehr!

 

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