Breit aufgestellt mit regionalen Produkten: hier anbauen – hier ernten – hier verkaufen.



Das empfehlen die jungen Unternehmer Marlene und Tobias Metz aus Neufels mitten in Hohenlohe ihren Landwirtskollegen. Dafür haben sie nach eigenen Aussagen zwei nahezu gleichstarke Standbeine für ihren Hof aufgebaut: die Milchviehhaltung und einen neuen Hofladen mit Produkten aus der regionalen Herstellung. Aktuell sind die Kartoffeln und die Kürbisse dafür geerntet worden. 

„Ich kann nur raten, dass man sich breit aufstellt, um ausgleichen zu können, wenn etwas passiert“, empfiehlt der junge Landwirt. Zusammen mit seiner Familie, allen voran seiner Frau Marlene, betreibt er den von seinem Ur- .... Urgroßvater 1899 gegründeten Hof. Zu den Arbeitskräften aus der Familie zählen auch Mutter Annette und Vater Friedrich Metz.

 

 

 

Bei uns passt es mit der Ernte in diesem Jahr. „Es gibt bei uns nichts, was nicht geworden ist“, freuen sich die Hofinhaber Metz. Die Kartoffeln und die Kürbisse haben eine gute Qualität, auch wenn stellenweise die Trockenheit und Schädlinge den Ertrag geschmälert haben. So ist es dann auch gar nicht einfach, in den sonnig-heißen viereinhalb Tagen der Kartoffelernte auf den Äckern des Hofes Metz einen Platz auf dem Kartoffelroder für Informationen und schöne Bilder zu bekommen. In rund 20 bis 25 Stunden werden die 2,3 Hektar mit Kartoffeln geerntet und für den Verkauf bis zum nächsten Frühjahr eingelagert. Nachbarn helfen dabei. Die 30 Ar Frühjahrskartoffeln des Hofes Metz sind schon verkauft. Hauptsächlich im eigenen Hofladen. Über diesen werden wir separat berichten. Die Silomaisernte für die eigenen Tiere ist abgeschlossen, die Kürbisernte folgt direkt „bis es eben Herbst wird“. Das werden dann insgesamt sechs verschiedenen Sorten sein: vom würzigen Muskatkürbis und dem bekannten Hokaido, über den Mikrowellenkürbis, einer verhältnismäßig neuen und kleinen Kürbisart, die speziell für die Zubereitung in der Mikrowelle gezüchtet wurde, bis hin zu den beliebten Schnitzkürbissen zu Halloween. Neben dem, im Betrieb vorhandenen, Grünland, bauen die beiden landwirtschaftlichen Unternehmer auch auf 30 Hektar Ackerland an. Darauf geerntet werden sowohl die Produkte für den eigenen Hofladen, als auch das Futter für die Tiere des Hofes. Das sind 75 Milchkühe und 80 Tiere der eigenen Nachzucht. Es gibt einen Milchshake-Automaten, in dem 14 verschiedene Sorten von Shakes auf große und kleine Kunden warten. Die Hof-Milch wurde dafür bei 72,5 Grad pasteurisiert und für 4-6 Tage haltbar gemacht. Normalerweise wird sie auch an fünf verschiedene Schulen in der direkten Umgebung geliefert. „Der Umsatz war in den letzten Monaten zu 100% weggebrochen, da keine oder wenig Schüler in den Schulen waren“, erklärt Tobias Metz nachdenklich.         

 

 

 

Stellt Euch möglichst breit auf und schaut, dass jeder etwas Besonderes hat. Das rät er auch anderen Landwirten, um Schwankungen und Einbrüchen des Marktes etwas entgegen zu setzen. „Ein besonderes Produkt oder eine besondere Vermarktung. Wir stehen auch in Zukunft für die regionale Nahrungsmittelproduktion“, erklärt er seine Strategie. Das diese nicht nur bei ihm aufgeht, zeigt sein direktes Umfeld im 80-Seelen-Dorf Neufels: hier gibt es drei Vollerwerbshöfe, die alle einen Hofnachfolger haben, was nicht selbstverständlich ist. „Da geht es überall weiter“, freut sich der junge Landwirtschaftsmeister für seinen Berufsstand. Er ist Mitglied im Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems und macht seine Arbeit mit spürbar großer Freude. Er weiß, dass der Käufer oder der Verbraucher entscheidet, was er kauft. „Ich würde mich freuen, wenn zunehmend mehr Menschen, regional einkaufen und die Angebote der Höfe nutzen. Denn wir geben unser Bestes und stellen gute Lebensmittel her. Wenn wir das honoriert bekommen, haben wir umso mehr Spaß an unserer Arbeit.“               

 

 

 

 

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