Genau zuhören und gezielt unterstützen.



Bauernverband und Evangelisches Bauernwerk sind sich bei einem aktuellen Gespräch in der Heimvolkshochschule Hohebuch einig. Beide Organisationen stehen für die Bauern in der Region ein. Besonders wichtig ist ihnen, dass der Berufsstand Landwirtschaft mehr Wertschätzung erfährt und Chancen für die Vermarktung der regionalen Produkte bekommt.

Evangelisches Bauernwerk und Bauernverband tauschen sich aus. Fragen, wie beispielsweise vom Bauernverbandsvorsitzenden Jürgen Maurer formuliert: „Wie können die Kräfte in der Landwirtschaft die Zukunft zielgerichtet und gemeinsam mitgestalten?“ werden gleich zum Beginn angesprochen. Chancen und Grenzen werden umrissen und diskutiert. Der Vorsitzende des Evangelischen Bauernwerkes Bernd Kraft bestätigt: „Wir bleiben, wenn wir nicht darauf achten, immer ein Stück weit unter uns. Wir brauchen und wünschen gegenseitige Unterstützung!“

 

Hilfestellung zur Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe geben. Helmut Bleher bringt als Geschäftsführer die Aufgabe des Bauernverbandes so auf den Punkt: “Als Bauernvertretung sind wir  nicht dafür da, das gesamte wirtschaftliche System auf den Kopf zu stellen. Unser Ziel ist es, die Probleme der Bauern in der bestehenden Rechtsordnung zu lösen und die Gesetze erträglich zu gestalten.“ Dazu braucht es Gespräche und Kompromisse. „Wenn wir mitreden und mitgestalten wollen, dürfen wir uns weder dem Lebensmitteleinzelhandel noch der Politik verschließen. Nur so können wir überhaupt Einfluss nehmen“, weiß er aus Erfahrung. Er weiß auch, dass die Kraft dafür nicht immer reicht. Ihm ist wichtig, dass die Anwesenden und auch die Landwirte selbst die politische Arbeit des Bauernverbandes verstehen.

 

 

 

Die Themen bis März 2020 sind auch die Themen heute. Das Agrarpaket und das Volksbegehren, die Ökologisierung der Landwirtschaft, der Green Deal der EU und Themen des Tierwohl bestimmen die Auseinandersetzungen des Berufsstandes und ihrer Netzwerkpartner. Der neue und sogenannte „Masterplan Tierhaltung“ kommt aus Sicht der tagenden Fachrunde einer teilweisen Abkopplung der Landwirtschaft von der Marktwirtschaft gleich. Die Fleisch- und Milchsteuer führt zu einer Verteuerung der Produkte für die Verbraucher. Diese Einnahmen in Milliardenhöhe sollen den Landwirten zur Verfügung gestellt werden. Die Teilnehmer fragen sich: Wie zukunftsfähig wäre dieses System? Welche Perspektive haben die Landwirte dabei? Oder rutscht man damit in eine Art Planwirtschaft? Die Expertenrunde von Bauernverband und Bauernwerk diskutiert, welche Vorteile für die regionale Landwirtschaft entstehen würden. Es werden dabei auch die Risiken und eine gefährliche Abhängigkeit von politischen Strömungen erörtert.

 

Möglicher Ansatz: die Regionalisierung der landwirtschaftlichen Angebote? Die Herkunft hervorheben, ist ein vielversprechender Ansatz, sowohl aus ökonomischer und ökologischer Sicht als auch im Blick auf die gesellschaftliche Akzeptanz der Landwirtschaft. Daraus resultieren kurze Transportwege und das Nachvollziehen, wo unsere Lebensmittel herkommen, „Es geht darum, regionale Kreisläufe zu unterstützen und die Hersteller sowie den Handel mit einzubinden“, schlägt Helmut Bleher vor. Die Vertreter des Bauernwerks, Wilfried Häfele und Bernd Kraft, führen eine erfolgreiche Initiative an: die Stadt-Land-Partnerschaft. Es braucht den Erzeuger-Verbraucher-Dialog. Denn nur durch das Wissen um das Schaffen der Bauern, kann Wertschätzung entstehen. Man ist sich in der Runde einig, weiter auf die guten Erfahrungen zu bauen und die regionale Landwirtschaft mit zusätzlichem Engagement in den eigenen Fokus zu rücken.

 

Zu einer guten Zukunft gehört eine gute Bildung. Die kirchliche landwirtschaftliche Bildungsarbeit erfordert gute Bedingungen und zeitgemäße Ausstattung. Die Hohebucher Vertreter stellten ihre Pläne zur Verbesserung des Bildungsangebots der Heimvolkshochschule vor. Erhebliche Investitionen sind dafür notwendig. Der Bauernverband schätzt die Arbeit des Evangelischen Bauernwerks sehr hoch ein und unterstützt die positive Weiterentwicklung der Heimvolkshochschule. „Hohebuch ist für uns eine wichtige Institution der Evangelischen Landeskirche. Auch in Zukunft sind wir darauf angewiesen, im Dialog mit der Kirche landwirtschaftliche Themen zu besetzen“, so Jürgen Maurer. Wilfried Häfele schließt das Jahrestreffen wie folgt: „Als kirchennahe Einrichtung im ländlichen Raum in Nordwürttemberg sind wir nahe an der Basis und direkt in der regionalen Lebenswelt der Bauern. Wir freuen uns, wenn dies nach den Einschränkungen der letzten Monate mit verbesserten Ressourcen wieder möglich ist.“

 

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