Eine geschickte Seite der Selbstvermarktung: Automaten für regionale Lebensmittel.



Auszug aus dem Interview mit BV-Geschäftsführer Helmut Bleher durch Richard Färber Südwestpresse / Haller & Hohenloher Tagblatt / 28.April 2020

 

Insbesondere in Corona-Zeiten scheint es sich um eine gute Möglichkeit zu handeln, regionale Lebensmittel kontaktfrei zu den Kunden zu bringen. Gleichzeitig können, fehlende Dorfläden zumindest einigermaßen ersetzt werden. Handelt es sich hier also um ein Zukunftsmodell?
Antwort H.B.: Solche Verkaufsautomaten sind aus unserer Sicht, egal für welche Produkte, sehr positiv zu sehen, auch wenn sie umsatzmäßig noch nicht groß ins Gewicht fallen. Immerhin wird der Bevölkerung dadurch die Möglichkeit geboten, direkt beim Erzeuger zu kaufen. Der Automat hat den großen Vorteil, dass kein Verkaufspersonal bereit stehen muss und die frischen Waren praktisch rund um die Uhr verfügbar sind. Eine tolle Sache, um Landwirtschaft erlebbar zu machen! 

 

Wie verbreitet sind solche Automaten im Verbandsgebiet und wer verwendet sie? 
Antwort H.B.: Milchautomaten, Milchtankstellen bzw. Milchhäusle sind zahlreiche im Einsatz. Dies wird von zahlreichen Landwirten genutzt. Auch Eierautomaten, Kartoffelkisten oder Dosenwurstautomaten kommen zum Einsatz. Voraussetzung ist, dass eine Investition sinnvoll ist, das heißt: einen positiven Ertrag bringt. 

 

Wie werden diese Angebote an frischen Lebensmitteln vom Bauernhof angenommen? 
Antwort H.B.: In aller Regel erbringen solche Automaten nur geringe Umsätze. Um zum Beispiel 10.000 Euro Umsatz im Jahr zu erbringen, müssten am Tag fast 30 Liter Milch über eine Milchtankstelle abgesetzt werden. Das ist schon viel. Es geht dabei mehr um einen zusätzlichen Vermarktungsweg, der ein Zuverdienst für die Höfe ist und darum, dass unsere regionalen landwirtschaftlichen Leistungen bewusst gezeigt werden können.

 

Welche Rolle spielen beim Automatenverkauf Pfandsysteme und Recycling-Konzepte? 
Antwort H.B.: Für alle Vermarkter besteht Recycling Pflicht. Jeder, der Verpackungsmaterial verwendet, ist über eine Lizenz bei einem Recyclingunternehmen verpflichtet dafür zu sorgen, dass Verpackungen zurückgenommen werden. Im Einzelfall empfiehlt es sich für Landwirte, die ihre Produkte in Glasverpackungen anbieten, tatsächlich, ein Pfandsystem zu installieren. Allerdings muss man dann natürlich auch die ausgegebenen Behälter wieder zurücknehmen, reinigen und wiederverwenden.

 

 Hier gehts zum PDF vom Presseartikel: 

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