Erntepause statt Erntestart – Willkommener Regen begrüßt Minister Hauk



Der Bauernverband Schwäbisch Hall - Hohenlohe – Rems nutzt den symbolisch gedachten Erntestart durch Minister Peter Hauk beim Vorsitzenden Jürgen Maurer zur konstruktiven Diskussion über aktuelle Brennpunktthemen der Landwirtschaft. Vertreter des Vorstandes, des Landkreises und der Kommunen sind aktiver Teil der Runde am Feld des Familienbetriebes Maurer in Kupferzell.        

Die Erntezeit hat in der Landwirtschaft nichts von ihrer ursprünglichen Bedeutung verloren. „Der Landwirt weiß“, so Minister Hauk, „den ewigen Zyklus von Werden und Vergehen zu nutzen. Der Erfolg dieser Arbeit bleibt aber den ganzen Sommer über ungewiss. Denn bei allem Fortschritt: Wir sind und bleiben ein Teil der Natur“. Sagt es und startet in einer Regenpause den bereitstehenden Mähdrescher symbolisch zum Erntebeginn. Im Gespräch mit den anwesenden Vertretern der Bauernschaft, der Gemeinde und des Landkreises werden die starken Fröste im Mai diesen Jahres und deren Auswirkung, zum Beispiel auf die Gerste, angesprochen. Je nach Region und Lage wurden die Blüten des Korn vom Frost so stark geschädigt, so dass nur einzelne und nicht alle Körner der Ähren vollständig ausgebildet wurden. Oder die Frucht ist gleich ganz abgestorben, was insgesamt ganz selten passiert. Ältere Landwirte erinnern sich kaum, dass die Blüten des Korns keine Früchte trugen. Bis zu 40% Ernteverlust sind im Verbandsgebiet zu erwarten. Viele Bauern haben die Felder, zum Beispiel mit Mais, neu bestellt. Er wird sich bei ausreichend Wärme und Wasser noch gut entwickeln können. Das erste Erntegut wurde oftmals gehäckselt und als Viehfutter siliert. So war das nicht gedacht.   

 

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Wer seinen Tierbestand halten will, muss bauen. Die Herausforderungen für die Landwirtschaft, allein durch den Klimawandel, durch Dürre und Starkregen, würden schon reichen. Das weiß auch Minister Hauk. Er weiß auch, was die Bauernfamilien noch stärker belastet: die aktuellen Beschlüsse zur Düngeverordnung und zur Tierhaltung, aber auch die stetige unreflektierte Kritik an ihrer Arbeit. „Ein Lob an die Landwirtschaft, die für uns alle lebensnotwendig ist“, so Peter Hauk. Ganz speziell münzt er dies auf die Landwirtschaftlichen Familienbetriebe im Verbandsgebiet, die das Futter für ihre Tiere auf den eigenen Äckern selbst anbauen und ernten. Hauk ganz klar zu aller öffentlichen Kritik an der Tierhaltung: „Ferkel werden dazu geboren, um später geschlachtet zu werden. Jede andere Sicht wäre Verklärung.“ Der Minister ist sich sicher, dass moderne Landwirtschaft und Artenschutz zusammen passen können, mit Maß und Ziel wie er sagt. Ein gutes Beispiel ist der gastgebende Hof von Jürgen Maurer. Er baut „auf Wissenschaft statt Parolen“ und ist ein teilnehmender Betrieb im F.R.A.N.Z. – Projekt, einem Projekt zur Förderung der Artenvielfalt in unserer Agrarlandschaft. Biologische Vielfalt, Blühstreifen und Lerchenfenster zum Schutz von Insekten und Kleintieren gehören längst zur Hofwirtschaft.    

 

 

Wenn es ein bestimmtes Maß überschreitet und wir nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können. „Wenn ich frühmorgens aufstehe, macht es mir wirklich Sorgen, dass die Wunschvorstellung und die Realität für klassische Familienbetriebe, wie unseren, so weit auseinander klaffen“, verdeutlicht der Vorsitzende Jürgen Maurer. „Insbesondere wenn mit zweierlei Maß gemessen wird, so wie bei der Einfuhr von Fleisch aus Ländern, die alles andere als nach unseren strengen Kriterien produzieren“, so der Vorsitzende weiter. Er fordert die Politik auf, dafür zu sorgen, dass gleiche Regeln für alle Produzenten geltend gemacht werden sollten, egal in welchem Land sie produzieren. Es geht ihm dabei um die Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland ganz allgemein und um die Zukunft der Sauenhalter in Hohenlohe. Nicht zum ersten mal führt er an: “Die Wortbekenntnisse zum Bio-Anbau beispielsweise passen nicht zum Verbraucherverhalten“. Und er fordert das Land auf, Ausnahmeregelungen vom Pflanzenschutzmittelverbot in Naturschutzgebieten zu schaffen, damit Ackerbau dort auch in Zukunft möglich ist. Denn die Bauern sind auf die Erträge angewiesen. Es geht darum, Wissen darüber aufzubauen, wo unsere Lebensmittel herkommen und vor allem: wie sie produziert werden. Jürgen Maurer verspricht: „Wir gehen pfleglich mit unseren Tieren um. Schwarze Schafe spiegeln nicht die Wirklichkeit unserer Tierhaltungen wider.“

 

 

 

Die Landwirte sind bereit, wenn der Staat auch bereit ist. Das weiß der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg sehr genau. Ein Ansatz wird darin gesehen, schon in den Schulen, aber auch in der breiten Öffentlichkeit der Verbraucher, für mehr Wissen um die Zusammenhänge auf den Höfen zu vermitteln. Die Runde endet mit einem direkten und konstruktiven Austausch der Teilnehmer und in dem Wissen, die Hauptthemen klar benannt zu haben, die aktuell alle Landwirte und ihre Familien stark bewegen.    

 

 

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