Hofrundgang SPD bei Familie Schmieg in Musdorf



Einblicke in die Schweinehaltung für die SPD bei der Landwirtsfamilie Schmieg. Vertreter der regionalen Landwirtschaft, insbesondere der Ferkelerzeuger, und der SPD besuchen den Hof der Landwirtsfamilie Schmieg in Musdorf / Rot am See. Sie machen sich vor Ort ein Bild über die Auswirkungen der aktuellen Verordnungen zur Tierhaltung. 

 

Die Probleme der Ferkelerzeuger diskutieren. „Ich bin mit Herzblut Landwirt und möchte das auch bleiben“ betont Landwirt Gerd Schmieg aus Musdorf in Hohenlohe. Er ist als Ferkelerzeuger von den aktuell neuen Verordnungen zur Tierhaltung im Kastenstand besonders betroffen. Er weiß aber auch, dass es für - von der bäuerlichen Arbeit Außenstehende - schwer ist, überhaupt zu verstehen, worum es da im Detail geht. Fachbegriffe wie Wartestall, Absetzen und Abferkelstall machen auch an dem Abend auf seinem Hof die Runde. Zur stärkeren Aufklärung darüber öffnet er seine Tore für Hofrundgänge wie diesen. Eingeladen hat er junge Berufskollegen aus der Region um Musdorf, wie Tiefenbach, Blaufelden, Gaggstatt, Vertreter des Landwirtschaftsamtes in Ilshofen und insbesondere die Vertreter des SPD-Kreisverbandes Schwäbisch Hall. Allen voran machen sich der SPD-Kreisvorsitzende Nikolas Sakellariou, Danny Multani als Vorsitzender des Vorstandes und Kevin Leiser als SPD-Bewerber für ein Bundestagsmandat des Wahlkreises Schwäbisch Hall - Hohenlohe ein Bild von der Schweinehaltung.        

 

 

 

Einen Dialog mit der Politik anstoßen. Der für seinen Berufsstand aktive Hofinhaber und Landwirt Schmieg freut sich, dass so viele Interessierte gekommen sind. Sie sind alte Bekannte. Hat er doch den Mut gehabt, auf einer SPD-Veranstaltung Ende Mai den damals frisch veröffentlichten Umweltbericht von SPD-Ministerin Svenja Schultze offen anzugreifen. Kurzerhand hatte er die Kollegen dazu aufgerufen, ihn bei der Aktion zu unterstützen und eine Diskussion anzustoßen. Nach seinen Worten ist es dann auch „im Fazit zu einem guten Dialog gekommen“. Dieser Dialog wird nun vor Ort beim Hofrundgang in Musdorf fortgeführt. Die anwesenden Landwirte besichtigen zusammen mit den Vertretern der Politik die teils schon neuen Ställe, in denen insgesamt rund 300 Sauen leben. Landwirt Schmieg reiht praktische Beispielen auf, die zeigen, was Landwirte seit vielen Jahren tun, um allen Anforderungen und Wünschen gerecht zu werden.

 

 

 

„Es ist uns wichtig, dass die Ferkel in der Gegend bleiben und nicht zu weit gefahren werden.“ Seit Ende der 90`er Jahre wurde hier komplett auf Ferkelerzeugung umgestellt und viel dafür investiert. Der neueste Stall ist geräumig und hell, mit 1A-Lüftungstechnik ausgestattet und wurde vor zwei Jahren bezogen. Der Hof achtet auf regionale Kreisläufe. Dass heißt hier konkret: seine sogenannten Babyferkel gehen mit einen Gewicht von 8 Kilogramm an einen zwei Kilometer entfernten Aufzüchter. Dort bleiben sie, bis sie 30 Kilogramm schwer sind und, quasi als Jugendliche, zu einem wiederum nur zwei Kilometer entfernten Mäster transportiert werden. Der Erzeuger, die Züchter und der Tierarzt kennen einander gut. Landwirt Schmieg dazu „Da kann man schon mal sagen: Nach dem musst Du bissel genauer schauen!“ Mit dieser Grundeinstellung gehen viele Landwirte ihrer Arbeit mit den Tieren nach. Umso mehr fühlen sie sich oft ungerecht behandelt und beschimpft. „Als Bienentöter und Umweltverschmutzer“. Er spricht die Probleme der Ferkelerzeuger klar an, seine Kollegen erläutern die Problematiken in Einzelgesprächen detailliert. Besonderen Unmut erzeugen die neuen Vorschriften bei den Hofinhabern, die erst nach den neuesten Vorschriften gebaut haben, was auch genehmigt und zum Teil vom Staat gefördert wurde. „Die steuerliche Abschreibung beträgt zehn Jahre, die Kredite dafür laufen 20 Jahre, die Zeitspanne bis zu einer nun geforderten Umstellung jedoch nur acht Jahre. Da reißt man dann Sachen raus, die noch nicht mal bezahlt und abgeschrieben sind“, ärgern sich die Landwirte laut. Die politischen Vertreter gestehen, dass sie diese fachlich-speziellen Hintergründe oft nicht wissen und bauen dafür auch auf solche informativen Termine und Einblicke wie an dem Abend auf dem Hof Schmieg in Musdorf.             

 

 

 

Nutztierhaltung in der Region Schwäbisch Hall – Hohenlohe. „Den Sauen geht es nicht besser, wenn sie mehr Platz haben. Denn sie sind Tiere in einer Rotte, keiner Herde und brauchen Rückzugsorte“, bestätigen die Fachleute. Bei den Nichtlandwirten entstehen hier schon die nächsten „Fragezeichen“: Was ist der Unterschied zwischen Rotte und Herde? „Da ist immer wieder Information und Kommunikation gefragt. Wir haben regelmäßig Besucher, zum Beispiel Kindergärten, bei uns auf dem Hof. Wir möchten aufklären und das Bild der Landwirtschaft helfen zu ändern. So auch heute Abend“, beendet Hofinhaber Gerd Schmieg den Hofrundgang und bedankt sich für das Interesse der Besucher.  

 

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