Mehr Freiheit geht nicht. So was ist ein Traum und wir haben vieles selber in der Hand.



Der Uhlbachhof von Fritz Jäger und Familie in Sulzbach Laufen liegt liegt mitten im Grünen und steht auf verschiedenen Beinen: mit Café, Festhalle, mit Hühnern und Milchkühen für gesunde Heumilch, frische Eier und für zufriedene Gäste. 

„Wissen Sie eigentlich, wie traumhaft Sie wohnen?“ fragen Besucher des Uhlbachhofes nahe dem Altenbergturm von Sulzbach-Laufen die Hoffamilie Jäger oft. „Ja das wissen wir“, sagen diese dann. Fritz Jäger, Landwirtschaftsmeister und erfahrener Hofbetreiber, baut das Bild noch weiter aus. Er erklärt, dass die eine - zum Hof führende - Straße extra, um denselben herum gebaut wurde. Das ist nicht nur für die Besucher des Hofcafés und der Gäste größerer Feste ein großer Vorteil, sondern auch für seine 45 Milchkühe samt deren Nachkommen. „Hier ist wieder so ein Kindergarten“, zeigt Fritz Jäger beim Hofrundgang auf eine Ansammlung von Bäumen und Hecken auf einer Weide nahe dem Stall. Diese Flächen können als Ganztagesweiden genutzt werden und die Tiere - einer Kreuzung aus den Rassen ‚Schwarzbunte‘ und ‚Limburger‘ - stören niemanden dabei. Ganz wie sie wollen, gehen sie aus dem Stall und legen sich in den Schatten unter die Bäume. „Wenn die Kühe schmutzig sind, freut sich der Opa“, verrät Enkelin Ronja. Die Tiere genießen den kühlenden Schlamm am nahen Bachlauf.

 

 

 

In den Jahren 2014 und 2015 haben wir den Hof auf die Produktion von Demeter-Heumilch umgestellt. Jäger erinnert sich: „Wir sind mit Vollgas aus dem bestehenden System ausgestiegen - in einem regelrechten Kraftakt. Das haben wir uns gut überlegt und mussten viel aushalten. Für uns war es ein zeitliches ‚Schlüsselloch‘, welches wir betriebswirtschaftlich genutzt haben.“ Er erklärt, dass sie früher sehr viel mehr Milch produziert haben, als heute. Aber auch, dass es von der Familiensituation her ein idealer Punkt war für die dreijährige Umstellung und dass die ganze Familie nach wie vor dahintersteht. Warum ein guter Zeitpunkt? Sein Sohn Ricardo war 2011 fertig mit der Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister und stieg auf dem Hofbetrieb ein. „Ich habe es gut gefunden, dass er seinen zukünftigen Betrieb neu mit aufstellen kann“, sagt der Vater mit Blick auf den Hofnachfolger. Die drei Enkeltöchter wurden nach und nach geboren, die Schwiegertochter Eva-Maria stieg mit ein. Da stand bei Jäger‘s ganz klar die Frage: Was machen wir? Wie kann es weitergehen auf dem Hof? Konventionelle oder biologische Landwirtschaft? „Wir haben uns zusammen dafür entschieden, so natürlich wie möglich zu produzieren“, sagt Senior Fritz Jäger stellvertretend. Er liefert die Milch seiner Kühe nach Geifertshofen, also an die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall BESH. In seinen Augen hat sich die Ernährung – zumindest die der Städter - vom Wissen um die Entstehung der Lebensmittel entfernt. Er hat seinen Hof diesbezüglich umgestellt, um davon wegzukommen. Er war sehr früh auf sich allein gestellt, hat sich über Stallbau und Fütterung immer weiter informiert und belesen. Und das schon zu Zeiten, wo man nicht einfach ‚googeln‘ konnte. Wie er sagt, hat er geübt, geübt und nochmals geübt, um die vielen feinen Kniffe herauszubekommen. Die Tierhaltung hat ihn schon immer fasziniert. Den offenen und hellen Stall für die Milchkühe hat er im Jahr 2000 geplant und dann vieles daran selbst gebaut. Alles sollte so einfach wie möglich sein. 2001 schon war ‚Einzug‘, was sich dann auch viele Landwirtskollegen gern angesehen haben. Denn es war vor 20 Jahren noch etwas Besonderes, so offene Ställe zu bauen.   

   

 

 

Jeder Quadratmeter Land ist hier Demeter – wir machen keine halben Sachen. Das Hofcafé, die Milchkühe und Hühner, die Veranstaltungshalle, der Landschafts- und Gartenbau, der Winterdienst und Tourismus ergeben das Hofeinkommen für zwei Familien, mehrere Angestellte und einen Azubi. Diese Kombination gibt nach eigenen Aussagen die Stabilität für den Hof und macht unabhängig. „Die Milchviehhaltung allein wäre zu wenig für uns“, sagt Fritz Jäger. Ihm ist wichtig, dass es für jeden einen Weg gibt, sich zu entwickeln. So haben sie es immer gehalten, sagt er. Und weiter: „Wenn es nicht funktioniert, sind wir draußen oder auf neuem Weg. Das Allerwichtigste ist, dass wir uns als Familie haben auf diesem Stück Erde.“ Das ist für die Gäste, die ins Hofcafé, zu Familienfeiern und besonders für Hochzeiten auf den Hof kommen, die Message, die sie alle spüren lassen. Er fordert die Besucher auf, dass sie zu den jeweiligen Bauern in ihrer Nachbarschaft gehen, und denen sagen: Es ist schön, dass es Euch gibt. „Wir sagen ihnen auch, dass sie zum Beispiel im Supermarkt deutlich anbringen können, dass es gut ist, wenn es dort regionale Produkte gibt“, meint Fritz Jäger. Und seine Frau ergänzt: „Das ist Fritz, der mit Gutem die Menschen verbinden möchte.“  

 

Der Uhlbachhof der Familie Jäger wird als GBR geführt und beschäftigt neben der Familie insgesamt neun Mitarbeiter in Vollzeit und mehrere Helfer in Teilzeit. 500 Hühner liefern die täglich frischen Eier und 45 Kühe gute Heumilch. 45 Hektar des Hofes sind Eigentum, ca. 20 weitere Hektar sind gepachtet. Dreivierten davon sind Wiesen, der Rest ist Acker ist für Luzerne, Dinkel, Einkorn, Gerste und auch Kartoffeln. Desweiteren bietet das Familienunternehmen Dienstleistungen im Gartenbau an. Fritz Jäger hat 2014 zusätzlich den Abschluss zum Naturparkführer gemacht und betreibt mit seiner Familie die Draisinenstation und eine Kanustation in Sulzbach-Laufen. Bis zu 100 Gäste können jeweils im Hofcafé oder in dem zur Festhalle umgebauten rustikalen Stall feiern, auch auf den gepflegten Wiesen ringsum. Allen Gästen hat er immer wieder viel aus der Region zu erzählen. Fritz Jäger ist Mitglied im Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe - Rems und Mitglied im Gemeinderat in Sulzbach-Laufen.    

 

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